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Rund ein Dutzend Gäste von Düsseldorf-aktiv ließ sich am Sonntag von Schmuddelwetter und Corona-Masken-Pflicht nicht abhalten und fand sich zu einer kenntnisreichen Stadtführung „Düsseldorfer Architektur-Ikonen“ zwischen Königsallee und Carlstadt ein.

 

 

 

Düsseldorf ist in den vergangenen Jahren – salopp gesagt - ziemlich umgekrempelt worden. Gut 100 Jahre zuvor, also zwischen 1899 und 1910, gab es auch schon mal einen „Aufbruch in die Moderne“. Den Anstoß, so erzählte der sachkundige Stadtführer Mike Zylmans, gab damals Bürgermeister Wilhelm Marx. Das Ergebnis: Die Neubebauung des Bereichs zwischen Kasernenstraße und Königsallee. Hier erheben sich Alter Stahlhof (1908), Luisen-Gymnasium 1907, Görres-Gymnasium, Neuer Stahlhof und die Commerzbank – im Volksmund „Monetentempel“ genannt. 

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In den 1920er Jahren wurde der Neue Stahlhof auf Veranlassung der Gebrüder Stumm - Besitzer eines großen Montanbetriebes – als Firmenzentrale erbaut. Verwendet wurde Backstein mit dreieckig und vertikal angeordneten Pfeilern. Um den Bau heller wirken zu lassen, wurden die Maurer angewiesen, die Steine mit sehr viel Mörtel zu verbauen. Weil sich die Stahlbarone als so wichtig empfanden und auch den Vergleich mit der Hanse des Mittelalters nicht scheuten, wurde daher auf einem Teil der Gebäude Kuppeln aus Bronze gesetzt mit dem Zeichen der Hanse, der Hanse-Kogge.

 

Am Wilhelm-Marx-Haus erfuhren wir, dass dieses Gebäude für ein Jahr das höchste Bürogebäude Deutschlands darstellte. Danach war in Köln das Hansa-Haus fertiggestellt und somit lag Düsseldorf wieder hinter Köln. Dafür ist aber das Wilhelm-Marx-Haus bis heute das erste Bürohochhaus in Stahlskelettbauweise in Europa. 

Vorbei gings auch am Kaufhof an der Kö, erbaut durch die Familie Tietz. Um das Innere des Gebäudes zu erhellen - Anfang des vorigen Jahrhunderts gab es kaum elektrisches Licht - wurden drei überdachte Lichthöfe zur Ausleuchtung der Waren in das Gebäude integriert.

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Von hier ging es zum aktuellem „Aufbruch in die Moderne“ - zum Kö-Bogen von Libeskind und dem Tal des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven. So schloss sich der Kreis von der Moderne zur Moderne.
 

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