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img 4211"Es sind nicht immer die Autobahnen, die direkt zum (Berufs-) Ziel führen. Sondern manchmal sind es auch Umwege über Landstraßen, die in ein Ausbildungsverhältnis münden“, so prägnant formuliert ein KAUSA-Mitarbeiter Lebenswege von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte in die Berufswelt auf dem ersten virtuellen Kaffee-Treff in 2021.

Düsseldorf-aktiv, genauer gesagt das Projekt-Team Integration, und das Experten-Team der KAUSA-Servicestelle Düsseldorf hatten eingeladen und gut ein Dutzend TeilnehmerInnen schaltete sich in die Zoom-Konferenz ein. Düsseldorf-aktiv und die KAUSA-Servicestelle Düsseldorf bilden ein regionales Netzwerk zur Verbesserung der Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte. Außerdem soll die Ausbildungsbeteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen, deren Inhaberinnen und Inhaber selbst eine Migrationsgeschichte haben, gestärkt werden.

Während des virtuellen Kaffee-Treff berichteten junge Menschen mit Migrationshintergrund typische Erfahrungen ihrer Ausbildungsplatzsuche. Erzählt wird von endlosen Bewerbungsschreiben, die oft ohne Antwort bleiben, von unbezahlten Praktika, die zwar Hoffnung wecken, aber letztendlich doch nicht zu einem Ausbildungsplatz führen, aber auch von Geschichten, wo trotz vieler Umwege ein gutes Ende eintritt. So zum Beispiel: ein junger Mann aus Syrien. Er hat Abitur, will eigentlich Zahnmedizin studieren, doch die Noten und die Deutschkenntnisse reichen nicht aus. Was folgt – zahlreiche Deutschkurse, mehr als 150 Bewerbungen, Praktika, eine mehrmonatige Durststrecke, Jobs als Briefträger und Übersetzer später – erhält er letztendlich einen Ausbildungsvertrag für den Beruf des Kaufmanns im Groß- und Einzelhandel, der ihm viel Freude bereitet und ein sicheres Einkommen bringt. Kurzum: eine Geschichte, die Mut macht.

Die an der Runde teilnehmenden KAUSA-Experten kennen viele solcher Lebensgeschichten. Nicht alle gehen positiv aus. Sie raten deshalb den Jugendlichen, immer mindestens einen Alternativplan zu haben, wenn nicht sogar zwei. Hartnäckig müsse man zudem sein, aber auch selbstbewusst, unbezahlte Praktika müsse niemand für längere Zeit hinnehmen und jeder sollte sich gründlich über die Berufe informieren, die einen persönlich interessieren. Der wichtigste Rat: „Deutsch-Kenntnisse sind unverzichtbar“.

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